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Weltklasse in Nachhaltigkeit

Internationales Olympisches Komitee

Der Neubau des Olympischen Hauses – als Headquarter des IOC am Genfersee – hat ganz sportlich einen Spitzenplatz erreicht: Es wurde mit der höchsten je erreichten Punktzahl bei der LEED v4 Platinum-Zertifizierung sowohl für das Gebäude als auch das Interior ausgezeichnet und zählte zum Zeitpunkt seiner Einweihung Ende 2019 zu den nachhaltigsten Gebäuden der Welt.

Das dänische Architekturbüro 3xN ließ sich für seinen organisch geschwungenen, vollständig verglasten und im Inneren offenen Entwurf von den Stop-Motion-Aufnahmen eines Athleten in Aktion inspirieren und macht auf diese Weise die zentralen Werte des IOC erlebbar: Bewegung, Transparenz, Flexibilität, Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit. Die Minimierung des ökologischen Fußabdrucks konnte ohne ästhetische Abstriche erreicht werden: 2.500 m² der Dachfläche sind begrünt und werden – von außen nicht einsehbar - zu weiten Teilen für Photovoltaik genutzt. Mit einer doppelten Glasfassade sowie einer thermischen Isolierung werden Energieverluste verhindert und die Akustik verbessert. Heizung und Kühlung werden mit Seewasser betrieben, auch Regenwasser wird gesammelt und wiederverwendet. Die Kohlenstoffemissionen aus dem Bau sowie dem laufenden Betrieb werden kompensiert. 

Nach dem Vorbild der fünf olympischen Ringe durchquert und verbindet eine imposante skulpturale Treppe aus Holz alle Stockwerke des Headquarters. Dieser Impuls wurde von der RBSGROUP Italien in der Raumgestaltung und Möblierung aufgegriffen, um die Zusammenarbeit der Mitglieder, Berater und Besucher des IOC an einem Ort zu fördern, der die Werte und das Wesen der Olympischen Bewegung erlebbar macht. Das Raumkonzept ist von einer organischen Formensprache, Symbolkraft, universellen Formen, Flexibilität und Zeitlosigkeit geprägt - und auch hier in besonderem Maße von Nachhaltigkeit: 80% der Baumaßnahmen wurden von lokalen Auftragnehmern ausgeführt, die Materialien und Konstruktion der Inneneinrichtung sowie die Möbel erfüllen strenge ökologische Vorgaben.

Nachhaltigkeits-Zertifikate

Jedes Stockwerk ist einem anderen Schwerpunktthema gewidmet, das sich in jeweils einem ikonografischen Gestaltungselement manifestiert. Das Erdgeschoss entspricht einer großen Agora als Referenz zur Geburtsstätte der Olympischen Spiele im alten Griechenland. Im ersten Stock symbolisiert ein dreistufiges Möbel, das in der Farbe, Material und Grafikwahl an eine Tartanbahn erinnert, den feierlichsten aller Momente während der Olympischen Spiele: Die Verleihung der Medaillen auf dem Siegerpodest. Der zweite Stock ist der sozialen Komponente des Sports gewidmet, weshalb ein großes, geschwungenes Sofa zum Verweilen einlädt. Eine Bibliothek mit verschiedenen Publikationen zu den Olympischen Spielen wiederum ist im dritten Stock Teil einer langen, geschwungenen Holzbank und symbolisiert die Governance der Olympischen Bewegung. Um den hellen, leichten Luftraum nicht einzuschränken, wurden die eigens entwickelten Möbelelemente exakt an die Dynamik des Raums angepasst, so dass sie sich auf diese Weise in das stimmige Gesamtbild einfügen – bis hinaus zu den Dachterrassen im ersten und vierten Stock.

An die zentrale Treppe schließen sich Begegnungszonen an, die Kommunikation und Begegnung fördern. Da sie von allen Stockwerken aus durch den Luftraum der Treppenskulptur einsehbar sind, fördern sie den Austausch über die physischen Grenzen von Abteilungen und Rollen hinweg.

Vier massive Erschließungs- und Versorgungskerne bilden das Zentrum für die weiteren Zonen und greifen jeweils eine der olympischen Farben auf. Auf ihnen finden sich – zusammengesetzt aus den historischen Piktogrammen früherer Olympischer Spiele – Bildmotive, die eine thematische Brücke zu den Stockwerkthemen schlagen. Konzentrisch schließen sich gläserne Besprechungs- und Arbeitsräume an, in denen bei Bedarf Vorhänge für eine geschützte Gesprächssituation sorgen. Sie sind an einer Seite mit beschreibbaren und magnetischen Boards sowie integrierten Screens ausgestattet, wohingegen die drei verbleibenden Wänden aus Glas natürlichen Lichteinfall erlauben. Den Abschluss bilden die Arbeitsplätze entlang der Fassade – mit imposantem Blick auf Park und See und entsprechend angenehm hell. Hier sind auch die Direktorenbüros zu finden, die unmittelbar an die Arbeitsplätze ihrer Teammitglieder angrenzen.

Für aktive Pausen stehen im Fitnesscenter Sportgeräte zum Strecken und Dehnen bereit; wer mehr Bewegung braucht, kann in einem der Kurse oder Mannschaftssportarten weitertrainieren. Vor dem Gebäude warten Ladestationen für Elektroautos und 135 Stellplätze für Fahrräder. Das Forum Restaurant mit Außenterrasse ist nicht nur als Begegnungsraum konzipiert, sondern steht Mitarbeitern wie Externen den ganzen Tag über als Treffpunkt zur Verfügung und wird auf diese Weise zu einer Ergänzung der Arbeitsräume. Der Nachhaltigkeitsanspruch zieht sich auch hier bis ins letzte Detail: Speisen und Getränke stammen bevorzugt aus lokalen und nachhaltigen Quellen.

Facts

Kunde

Internationales Olympisches Komitee

Leistungen

Designkonzept und -guideline, Interior Design inklusive Management aller Gewerke wie Begrünung, Grafik, Wegeführung, Fitnesscenter und Küchenplanung sowie Integration von Kunstwerken aus dem Olympischen Museum, Implementierung des Nachhaltigkeit-Konzepts, Arbeitsplatzgestaltung, Bauaufsicht und Künstlerische Oberleitung, User Manuals 

Eckdaten

Lausanne, Schweiz
22.000 qm, 4 Stockwerke
500 Arbeitsplätze, Konferenzzentrum, Restaurant, Rooftop Bar und 4 Terrassen, Präsidentensuite, Fernsehstudio, Sanierung des historischen Chateau de Vidy

Credits

Fotos
Adam Mørk
Francesca Iovine 

Unser Dank gilt
unseren Cradle to Cradle-Kollegen und der RBSGROUP Schweiz für die großartige Zusammenarbeit